Genussreisen im Herbst
Der Start in Bayreuth ist fast zu gepflegt, um wahr zu sein. Richard Wagner lugt einem von Plakaten entgegen, als wollte er fragen, ob man sich das Radeln gut überlegt hat. Zwischen Markgräflichem Opernhaus und Hofgarten riecht’s nach Kastanien und Espresso. Bayreuth ist perfekt zum Einrollen – ein Spaziergang über den grünen Gürtel, ein Cappuccino im “Café Florian”, und man ahnt: Hier lässt sich Kunst mit Genuss verbinden.
Bayreuth ist der ideale Einstieg: überschaubar, elegant, und voller Geschichten. Wer glaubt, Wagner sei hier das einzige Thema, irrt gewaltig. Zwischen dem UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus und dem stillen Hofgarten lässt es sich wunderbar flanieren – oder gemütlich an einem Cappuccino nippen, während die letzten Studenten der Uni noch in der Sonne sitzen. Auch in einer Bierstadt bietet die gemütliche Kaffeepause am Markt einen intensiven Eindruck dieser wunderbaren Stadt
Fotostopp-Tipp:
→ Blick vom Neuen Schloss durch die herbstlich schimmernde Allee des Hofgartens.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Café Florian oder Liebesbier: von Torte bis Craft Beer, alles mit Stil und Augenzwinkern.
In Kulmbach riecht es fast immer ein wenig nach Malz. Das Bayerische Brauereimuseum im Mönchshof-Komplex ist nicht nur für Bierfans Pflicht – hier versteht man, warum das Bier in Franken fast eine Religion ist. Die Altstadt liegt gemütlich am Hang, die Plassenburg thront darüber und belohnt mit einem grandiosen Blick über die Dächer.
Fotostopp-Tipp:
→ Aussicht von der Plassenburg: Morgens im Dunst, nachmittags im Goldton – spektakulär zu jeder Stunde. Der Aufstieg lohnt sich.
Insidertipp:
→ In der Bäckerei Rogler ein „Bierbrot“ holen – schmeckt besser, als es klingt!
Zwischen Bamberg und Lichtenfels liegt ein echtes Highlight für müde Waden: Bad Staffelstein. Die Obermain-Therme ist der perfekte Ort, um Beine und Seele baumeln zu lassen. Ich vermeide das Wort “Geheimtipp” weil hier nix geheim ist.
Und wer noch Kultur will, fährt zum Kloster Banz oder spaziert zur Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen – ein Meisterwerk des Barocks mitten im fränkischen Land.
Fotostopp-Tipp:
→ Blick von Kloster Banz über das Maintal, besonders bei Frühnebel – mystisch schön.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Adlerkeller: Hausgemachte fränkische Küche in bodenständiger Atmosphäre.
Bamberg ist Liebe auf den ersten Blick. Sieben Hügel, ein Fluss, Fachwerk ohne Ende – und diese unvergleichliche Mischung aus Geschichte und Gelassenheit.
Hier radelt man am besten langsam, denn an jeder Ecke lauert ein neues Motiv: das Alte Rathaus mitten im Fluss, das Klein-Venedig mit den alten Fischerhäusern, die Dominsel mit majestätischer Ruhe.
In der Stadt mit der höchsten Brauereidichte kommt man schwer einen einem guten fränkischen Bier vorbei.
Und ja: das legendäre Rauchbier sollte man wenigstens einmal probiert haben.
Fotostopp-Tipp:
→ Obere Brücke: Hier trifft man Radler, Studenten, Touristen – alle mit einem Weinglas in der Hand.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Spezial-Keller oder Schlenkerla – Klassiker mit Aussicht (und Geschichte).
Schweinfurt überrascht. Zwischen alten Fabrikgebäuden blüht eine moderne Kunstszene. Das Museum Georg Schäferzeigt Meisterwerke von Spitzweg, Liebermann & Co – ein Schatz für Kunstfreunde.
Wer abends durch die Altstadt schlendert, spürt, dass Schweinfurt sich neu erfunden hat – urban, aber entspannt.
Fotostopp-Tipp:
→ Stadtstrand am Main: Liegestühle, Lichterketten und Flussblick – perfekt für Spätsommerabende.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Weinstube Scheinberg – fränkische Spezialitäten, dazu ein Glas Silvaner, und die Welt ist in Ordnung.
Kaum ein Ort am Main verkörpert Lebensfreude so charmant wie Würzburg. Zwischen Residenz und Festung Marienbergist Geschichte zum Greifen nah – aber das Herz schlägt auf der Alten Mainbrücke. Hier “schöppelt” man, was das Zeug hält: ein Glas Wein, ein paar Lacher, der Blick auf die Skyline.
Wer früh da ist, erlebt die Stadt noch ohne Gedränge – goldenes Licht, leere Gassen, und der Duft von frisch gebackenen Brezeln.
Fotostopp-Tipp:
→ Alte Mainbrücke bei Sonnenuntergang – Klassiker, aber jedes Mal wieder magisch.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Brückenschoppen + Bratwurst to go – das Würzburger Pflichtprogramm.
Wertheim ist klein, charmant, fast märchenhaft. Eine Burg, eine Tauber, ein Main – und ein Flair, das an südliche Altstädte erinnert.
Die engen Gassen sind ein Paradies für Fotografen, und wer sich zur Burg hinaufquält, wird mit einem Panoramablick belohnt, der alles entschädigt.
Fotostopp-Tipp:
→ Burgterrasse: Herbstlaub, Flussnebel, Fachwerk – alles, was das Radlerherz begehrt.
Insidertipp:
→ Glasmuseum Wertheim – kleiner, feiner Stopp mit echter Handwerkskunst.
Nach Tagen voller Fachwerk trifft man in Frankfurt auf Stahl und Skyline. Aber keine Sorge – auch hier fließt der Main und bleibt ein treuer Begleiter.
Radfahrer und Banker teilen sich das Ufer, Streetfood mischt sich mit Business-Lunch, und im Stadtteil Sachsenhausenzischt der Apfelwein im Glas.
Fotostopp-Tipp:
→ Eiserner Steg: Skylineblick mit Rad im Vordergrund – urbanes Highlight.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Zum Gemalten Haus – Apfelwein, Handkäs’ und ehrliche Frankfurter Atmosphäre.
Mainz empfängt dich mit offenen Armen. Der Main fließt in den Rhein, und du fließt gleich mit – hinein ins rheinische Lebensgefühl. Zwischen Fachwerk und Dom, Gassen und Gelächter merkt man: Hier endet nicht nur der Fluss, sondern beginnt das Wohlgefühl.
Im Herbst ist Federweißer-Zeit: süffig, trüb, gefährlich lecker. Dazu Zwiebelkuchen, und die Tour ist perfekt abgerundet.
Fotostopp-Tipp:
→ Rheinpromenade beim Kurfürstlichen Schloss: Finale im Abendlicht.
Kulinarischer Zwischenhalt:
→ Weinhaus Wilhelmi oder Heiliggeist: Tradition trifft Genuss.